Auswandern mit Schulden - Geht das überhaupt? Und macht das Sinn?

Auswandern mit Schulden - Geht das überhaupt? Und macht das Sinn?

Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich ein Artikel zum Thema Auswandern ohne Geld geschrieben. Und ich wurde per Mail und auf Facebook ein paar mal gefragt, wie ich es denn sehe, wenn man mit Schulden auswandern will. Ich hab mir dazu einige Gedanken gemacht und sie in diesem Artikel zusammengefasst. Denn es steht nur die Frage im Raum ob Auswandern mit Schulden möglich ist, sondern auch ob es denn sinnvoll ist.

Klar die Verlockung ist groß lästige Dinge einfach hinter sich zu lassen. Dazu gehören auch Schulden, die man in der Heimat hat und vor denen man am liebsten fliehen will. Leider ist dies keine geeignete Lösung, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen.

Grundsätzliches zum Auswandern mit Schulden

Leider ist es auch nach einer Auswanderung so, dass Schulden nicht einfach verschwinden. Ganz im Gegenteil, will man nach Jahren wieder in sein Heimatland zurück, hat sich der Schuldenberg durch Zinsen und Zinseszinsen ins unermessliche gesteigert oder es wartet sogar ein Haftbefehl auf den Rückkehrer. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, z.B. durch Umschuldung bessere Kreditbedingungen zu erreichen oder eine Privatinsolvenz zu bewirken. Damit wäre man dann ach sieben Jahren schuldenfrei. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, die Schulden in den Griff zu bekommen.

Auswandern in Europa trotz Schulden in Deutschland

Die Arbeitssituation in Deutschland ist oft sehr schlecht und durch die vielen Minijobs und schlecht bezahlten Arbeiten kann man schnell auf die Schuldenbahn gelangen. Um so entstandene Schulden zu tilgen, bietet Deutschland oft keine Möglichkeiten, wohl aber das nahe Ausland. Sollte man in der Lage sein, in der Schweiz oder in den skandinavischen Ländern einen Job zu bekommen, wäre dies eine gute Lösung. Da das Lohnniveau in diesen Ländern viel höher ist und auch ein Umzug nicht viel mehr kostet als in Deutschland selber, ist eine Auswanderung in eines dieser Länder zu bevorzugen. Vor allem Menschen, die das Klima und die Landschaft von Deutschland lieben, sind in der Schweiz sehr gut aufgehoben. Durch die Personenfreizügigkeit in diesen Ländern wird eine Auswanderung zusätzlich noch attraktiver. Wer gerne Schnee hat und kühlere Temperaturen liebt, sollte sich in Skandinavien umschauen. Mit den dortigen Einkommen und einer sinnvollen Umschuldung sollte es dann einfacher möglich sein, den Schuldenberg in Deutschland zu tilgen. Außerdem wird aus den Schulden in Deutschland, wenn jemand in ein EU-Land auswandert, ein „europäischer Vollstreckungstitel“, der überall durch die dortigen Inkassobüros eingetrieben werden kann.

Auswandern in die Ferne mit Schulden in der Heimat

Beliebte Auswanderungsziele sind auch die USA, Kanada, Neuseeland oder Australien. Leider ist es so, dass die Visumsbedingungen in diesen Ländern sehr streng sind. Neben einer fundierten Ausbildung oder einem Studienabschluss muss man auch beträchtliche finanzielle Mittel nachweisen können. Auch wer einen der begehrten Jobs ergattern könnte wird also daran scheitern, dass er weder Aufenthaltsgenehmigung noch Arbeitserlaubnis erhalten wird. Dadurch sind diese Länder für Auswanderer mit Schulden nicht sehr empfehlenswert.

Auswandern in exotische Länder

Wer von den Schulden gerne unter Palmen flüchten würde hat leider noch mehr Probleme. Auch wenn der Glaube vorherrscht, dass das Leben in diesen Ländern ganz einfach ist, entspricht dies nicht ganz der Wahrheit. Als erstes muss man sich auch hier um eine Aufenthaltsgenehmigung bemühen, wobei ebenfalls ein Vermögen oder eine Rente vorzuweisen sind. In diesen Ländern ist es allerdings meistens so, dass man mit gewissen Tricks auch ohne diese Angaben eine Residenz erhalten kann oder mit anderen Vorgehensweisen, wie Aus- und Einreise alle drei Monate, im Land bleiben kann. Dies hat dann aber das Problem mit der Arbeitsgenehmigung nicht gelöst. Auch in Drittweltländern ist es nicht mehr einfach, eine Schwarzarbeit zu finden, da die Strafen für den Arbeitgeber sehr hoch sind. Dummerweise ist es aber auch in der Karibik so, dass man für alles bezahlen muss, also – kein Geld, nichts zu futtern. Auch diese Lösung ist nicht sehr verlockend.

Auswandern mit Schulden fast unmoeglich


Schulden und Auswandern – geht das überhaupt?

Nein! Trotz Schulden hat man in Deutschland doch noch eine gewisse Betreuung und Unterstützung und kann so – wenn auch mühselig – sein Leben leben und eventuell irgendwann und irgendwie aus den Schulden kommen. Wer aber auswandern will, braucht als erstes einmal viel Geld und zwar unter anderem für:

  • Reisekosten
  • Visum
  • Einholung der nötigen Papiere für die Aufenthaltsgenehmigung inkl. Beglaubigungen und Apostillen
  • Kosten für die Auflösung des Haushaltes und die Abmeldung in Deutschland
  • Kosten für den Umzug, falls Möbel mitgenommen werden
  • Beantragung der Aufenthaltsgenehmigung und alle Folgekosten dafür
  • Organisation einer Bleibe im neuen Land
  • Organisation einer Arbeit im neuen Land
  • Kauf eines Fahrzeuges wenn man nicht in eine Stadt zieht, wo die Mieten exorbitant hoch sind
  • Geld für die Überbrückung des ersten halben Jahres (mindestens) – eher des ersten Jahres

Nur wer dieses Geld in der Tasche hat und dazu noch die benötigten Aufenthaltsgenehmigungs-Voraussetzungen erfüllt, kann sich ans Werk machen. Für alle anderen wird sich das Unternehmen Auswanderung in einen Albtraum verwandeln. Vor allem in exotischen Gegenden, die für Deutsche am verlockendsten sind, gibt es viel zu beachten. Ganz wichtig ist es, die Sprache zu sprechen. Wer das nicht einsieht, der sollte besser daheim bleiben. Schon sehr, sehr viele Leute haben ihr ganzes Vermögen in diesen Ländern verloren, da sie aufgrund fehlender Kommunikationsmöglichkeiten irgend jemandem getraut haben und alles vertrauensvoll in dessen Hände gelegt haben – mit Erfolg, vor allem für den Helfer. Es gibt zahlreiche Auswanderer, die denken, dass ihnen das nicht passieren wird. Weit gefehlt! In diesen Ländern muss man sich als erstes Respekt erarbeiten und das ist kaum möglich, wenn man außer „Guten Tag“, „Aufwiedersehen“ und „ein Bier bitte“ kein Wort der Landessprache beherrscht. Also besser als erstes einen Sprachkurs belegen, das macht das Leben bedeutend einfacher.

Fazit

Kurz zusammengefasst ist also zu sagen, dass eine Auswanderung in ein anderes europäisches Land mit besseren Lohnvoraussetzungen und Rückzahlung der Schulden Sinn macht.

Auswanderungen in Länder wie USA, Kanada, Neuseeland, etc. sind mit Schulden praktisch unmöglich.

Auswandern mit Schulden in exotische Länder sind mit Schulden nicht zu empfehlen, da weder ein soziales Netzwerk noch Arbeit vorhanden ist, um das Überleben auf die Schnelle sichern zu können.

Eine Auswanderung mit Schulden ist also grundsätzlich eher problematisch und es wäre am besten, das Problem zuerst aus der Welt zu schaffen, um danach ohne Stress und mit viel Freude den neuen Lebensabschnitt genießen zu können.

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