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Greencard Lotterie Special Teil 4: Kosten und Gewinnchancen

Mittlerweile wissen wir genau was die Greencard-Lotterie ist (Teil 1), wie ihr euch bewerbt (Teil 2), welche Anbieter ihr dafür nutzen könnt (Teil 3) und auf was ihr achten solltet, wenn ihr den Prozess ohne Hilfe durchziehen wollt. Aber was kostet das ganze eigentlich und was noch wichtiger ist, wie hoch sind eigentlich meine Gewinnchancen. Letzteres ist ja gerade wichtig, wenn ihr einer Agentur bares Geld gezahlt habt. Diese Fragen werde ich im vierten Teil des Greencard Specials beantworten.

Was kostet die Greencard-Lotterie?

Die Teilnahme an der Greencard-Lotterie selbst ist absolut kostenlos, zumindest wenn man die Anmeldung auf der offiziellen Webseite selbst ausfüllt und sich nicht von einem Dritten dabei helfen lässt. Dieser Umstand kann gar nicht genug betont werden, gibt es doch zahlreiche sogenannte Vermittler oder Agenturen, die ihre kostenpflichtigen Dienste anbieten, welche für den informierten Bewerber nicht immer einen wirklichen Mehrwert bieten und daher oft von zweifelhaftem Nutzen sind. Lediglich wenn man bei der Verlosung gewonnen hat, und im nächsten Schritt das Visum beantragt, muss der Verlosungsgewinner etwas bezahlen: Hier fallen für die Beantragung des Visums Bearbeitungsgebühren in Höhe von 330 US-Dollar an. Dazu kommen noch die Kosten einer medizinischen Pflichtuntersuchung in Höhe von 140 Euro. Die Visumsgebühren werden jedoch erst in der Botschaft oder dem Konsulat der Vereinigten Staaten erhoben, wenn der Bewerber zum Vorstellungsgespräch kommt. Keinesfalls werden sie im Voraus fällig.

Wie stehen meine Gewinnchancen?

Es handelt sich um eine Lotterie im wörtlichen Sinn, die Gewinner werden nach dem Zufallsprinzip von einem Computer ausgewählt. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass jeder Bewerber die gleiche Chance hat. Ehepaare und registrierte Partnerschaften zum Beispiel haben im Prinzip doppelte Erfolgschancen, wenn sich beide Partner bewerben, denn da der Partner jeweils auf der Bewerbung mit eingetragen werden muss, können beide ein Visum bekommen, auch wenn nur einer von beiden bei der Lotterie Erfolg hatte.

Und auch Computer können sich bekanntlich mal irren – so musste die Greencardverlosung bereits einmal wegen eines Softwarefehlers wiederholt werden: Am 14. Mai 2011 wurde bekannt, dass der Zufallsalgorithmus zur Auswahl der Greencard-Bewerber nicht korrekt gearbeitet hatte. So wurden aus Versehen frühe Bewerbungen bevorzugt. Das US-Außenministerium zog darauf die wenige Tage zuvor veröffentlichten Ergebnisse zurück und kündigte neue Ergebnisse für den 15. Juli 2011 an.

Im Mai letzten Jahres gab es dann technische Probleme bei der Bekanntgabe der Resultate. Die sozialen Medien brachten es an den Tag: Während in den Vorjahren viele Gewinner bereits wenige Stunden nach Bekanntgabe der Resultate in diversen Foren gejubelt hatten oder online nach Hilfestellungen für den weiteren Ablauf suchten, blieben solche Reaktionen nach dem 5. Mai 2015 aus. In den ersten Tagen nach Bekanntgabe der Resultate wurde kein glaubhafter Gewinner der Lotterie ausgemacht. Viele berichteten davon, die Meldung erhalten zu haben, nicht zu den Gewinnern zu gehören, während andere fortlaufend nur eine Fehlermeldung angezeigt erhielten. Die zuständigen Behörden versicherten zuerst, dass keine technischen Probleme vorlägen und dass in den ersten gut 24 Stunden rund 12.000 Gewinner erfolgreich ihren Status abfragen konnten. Über 50 Stunden nach Eröffnung der Resultatbekanntgabe wurde dann aber durch eine Mitteilung auf der offiziellen Facebook-Website des “Bureau of Consular Affairs” des US-Außenministeriums am 7. Mai 2015 doch ein Fehler eingeräumt, worauf die Resultatabfrage wieder wie gewohnt funktionierte und auch Gewinner ermittelt werden konnten.

In der Einfachheit der Bewerbung liegt auch eine Begrenzung der Chance des Einzelnen. Die Rechnung ist simpel: je mehr Interessenten sich bewerben, desto geringer sind die Chancen für den Einzelnen, da die Gesamtzahl der vergebenen Visa sich ja nicht erhöht. Das Programm ist weithin bekannt und so beliebt, dass zum Beispiel im letzten Jahr fast 8 Millionen Interessenten sich um die 55.000 Visa bewerben. Die Chance, bei der Lotterie eine Greencard zu gewinnen, ist also auf jeden Fall sehr gering. Hier muss man aber auch berücksichtigen, dass bei der Aufteilung der Visa insgesamt mehr Visa auf diejenigen Regionen entfallen, aus denen in der Vergangenheit weniger Immigranten kamen. Die offiziellen Statistiken zu Teilnehmern und Gewinnern der letzten paar Jahre finden sich auf der Website des US-Außenministeriums unter dem Punkt “Diversity Visa Program Statistics” (http://travel.state.gov/content/visas/en/immigrate/diversity-visa/diversity-visa-program-statistics.html).

Da aber davon auszugehen ist, dass nicht jeder Gewinner den Prozess zur Erlangung des Visums weiterverfolgen wird, und etliche Bewerber nicht alle Kriterien zur Erlangung einer Greencard erfüllen, wird üblicherweise eine höhere Zahl von Gewinnern gezogen als effektiv Greencards zu vergeben sind. So wurden allein im Steuerjahr 2015 mehr als 125.000 Teilnehmer als Gewinner informiert. Da nur 55.000 Greencards zu vergeben waren, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass einem Teilnehmer nach einem Gewinn auch tatsächlich ein Visum ausgestellt wird, somit bei weniger als 50%. Dies lässt vermuten, dass möglicherweise einige qualifizierte Gewinner doch keine Greencard erhalten, sollte das Kontingent aufgebraucht sein, bevor ihre Anmeldung geprüft wird. Der Bewerber kann nur dann einen Termin zum Vorstellungsgespräch bekommen, wenn für ihn auch eine Visanummer zur Verfügung steht.

Da ja laufend Visa vergeben werden, was den Gesamtvorrat schrumpfen lässt, werden die Verteilungszahlen monatlich im sogenannten Visa Bulletin auf der Website http://travel.state.gov/content/visas/en/law-and-policy/bulletin.html aktualisiert. Hieraus kann der Lotteriegewinner Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit ziehen, dass das Visakontingent für sein Bewerberland schon ausgeschöpft ist, bevor seine Bewerbernummer an die Reihe kommt. Wenn das der Fall ist, können in der betreffenden Region keine weiteren Visa dieser Kategorie erteilt werden. Konkret sind die im Visa-Bulletin veröffentlichten sogenannten Cut-Off-Nummern als Obergrenzen zu verstehen, sie bedeuten, dass Diversity Visas derzeit nur für Bewerber mit niedrigerer Lotterie-Rangfolge in der betreffenden Region erhältlich sind. Da Lotteriegewinner und ihre Familien aber nur bis zu Beginn der nächsten Lotterie Gelegenheit zum Erwerb ihrer Visa haben, stehen Spekulationen natürlich hoch im Kurs. Bewerber, die diese monatliche Aktualisierung der Visazahlen mit Spannung erwarten, können sich auf den entsprechende E-mail-Verteiler des Außenministeriums setzten lassen, indem sie ein E-mail mit den Worten “Subscribe Visa-Bulletin” and die E-mail-Adresse listserv@calist.state.gov senden. Alternativ gibt es auch eine US-Telefonnummer ((202) 485-7699), unter der man eine Tonaufzeichnung der aktuellen Cut-Off-Nummern für den Folgemonat abhören kann. Sie wird jeweils um den Zehnten eines jeden Monats herum aktualisiert.

Im nächsten Teil des Greencard Special werde ich euch genau erklären, was eigentlich passiert wenn ihr gewonnen haben solltet und das ist eine ganze Menge – versprochen!

Euer,
Patrick

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